Ein weiteres Jahr vergangen

März 24th, 2011

Der Urlaub ist nun etwas länger her, aber zum Glück stehen hier ein paar kleine Staubfänger und erinnern an die schönen Tage im verschneiten Maasholm. Ruhe, nette Gesellschaft und viel Zeit um kreativ zu sein.

Winterimpression

Winterimpression

Und so wurden wieder fleißig Figuren geknetet, Bilder gezeichnet, Ledertaschen und -kissen genäht und zwischen drin auch mal ordentlich gefaulenzt.

Als erste der Figuren ein Mitglied der berüchtigten Spongebob-Mafia dessen Name nur der Redaktion bekannt ist. Ein Kern aus Metall, wie es sich eben für eine solch harten Kerl gehört. Im Vergleich zu anderen Figuren war der Unterbau sehr einfach und spontan. Draht und Alufolie leisten hier wie immer gute Dienste.

Spongemafia Unterbau

Spongemafia Unterbau

Daheim mag er es eher legere und ist auch mal ohne seinen Anzug anzutreffen. Hier waren Zähne, Augen und der Unterbau bereits gebacken. Augenbrauen, Nase, und Mund wurden danach erst angesetzt, die fertigen Zähne in das „Zahnfleisch“ leicht eingedrückt. Wenn man den kleinen Tripoden richtig ausbalanciert hat man einen ganz besonderen „Wackeldackel“.

Spongemafia

Spongemafia

Vor der Tür trifft man ihn immer nur im adretten Anzug aus feinster Muschelseide. Als Testlauf für den Höllenhund wurde hier die letzte dünne Schicht Fimo wie eine Haut aufgetragen. Hoffe es funktioniert beim infernalen Dackel ebenso gut.

Spongemafia im Anzug

Spongemafia im Anzug

Kurz vor Abreise wurde noch ein grooviger, schlaksiger Kerl mit undefiniertem Gesichtsausdruck gesehen. Die Kamera war jedoch griffbereit. Ob aus dem noch was wird muss die Zeit zeigen. Er scheint sich auf dem Regal jedoch sehr wohl zu fühlen.

GrooveGuy

GrooveGuy

Zwischen den Knetattacken war es an der wohl sortierten Schar der Stifte dem Unsinn der einem im Kopf herumspukt Ausdruck zu verleihen. In Anlehnung an „The Weakness“ hier zwei Klassiker in einer etwas anderen Form. Bist du zu schwach, sind sie genau richtig.

Weaktris

Weaktris

noPowerball

noPowerball

Und natürlich musste das Weihnachtsgeschenk ausprobiert werden. Kohlestifte, Vollminenstifte in unterschiedlichen Härten (ganz schön schwer die Dinger ) und diverse Kreiden.

Dungeon

Dungeon

Bis zur nächsten Kälte oder dem nächsten Urlaub wird es zwar noch etwas dauern, die Zeit bis dahin wird jedenfalls kreativ genutzt werden. Kneten, „zeichnen“, basteln, was wohl als nächstes kommt?

Kreatives Allerlei

März 23rd, 2011

An dieser Stelle, so gut wie unkommentiert, eine kleine Sammlung an kreativen Ausbrüchen der anderen Art.

Bionic Arm

Bionic Arm


Ob ich zu viele schlechte Filme gesehen habe? Nun……..lassen wir das!

Zufallsbegegnung

Zufallsbegegnung


Wen man unterwegs so alles trifft.

Ein Drache

Ein Drache


Irgendwie wollte die Flugechse nicht böse oder bedrohlich aussehen. Naja. Mit dem halb knuddeligen Look kann ich an dieser Stelle auch leben. Ist sicherlich nicht der letzte von Smaugs Brüdern.

Drachenschwert

Drachenschwert


Flugechsenschnitzwerkzeugderewigenschärfe

Komischer Zwerg

Komischer Zwerg


Und wo wir dem tolkinschen Erbe gerade so verhaftet sind, ein Zwerg.

Werewolf

Werewolf


Hmmmm, also entweder ist das Zottelviech riesig oder die kleine Kapelle nur fuer Winzlinge………sucht es euch aus.

Flatterversuche

Flatterversuche

The Weakness

The Weakness


‘Nuff said!

Die Axt in neuem Schliff

Oktober 26th, 2010

Ich habe meine Axt nun gut ein dreiviertel Jahr und bin sehr zufrieden mit dem Instrument. Ein paar Kleinigkeiten gab es dennoch die man hätte ändern können. So waren zum Beispiel die fünf Stellungen des Pickupwahlschalters eigentlich überflüssig, da ich aufgrund der Ähnlichkeit im Klang meist nur drei davon verwendet habe. Da nun in den letzten Wochen ein paar neue Probleme hinzukamen war der Entschluss gefasst sich nun doch ernsthaft mit dem Thema Gitarrenelektronik auseinander zu setzen und die Gitarre einer Inspektion zu unterziehen.

Auslöser war eine seltsame Änderung des Klangs während einer Unterrichtsstunde und ein kompletter Aussetzer abends daheim der sich von alleine wieder behob. Kalte Lötstelle?

Auf zur Inspektion:

  • Aussetzer!
  • Knackender Schalter
  • ausgerissenes Augenblech
  • selbst lockernde Gurtpins
  • Lautstärke von Null auf 100 zwischen 1-4, der Rest sinnloser Stellweg
  • Tonregler produziert mehr Mumpf als wärmeren Sound
  • Ein Blick ins E-Fach der Gitarre offenbarte zunächst einen unverständlichen Wust an Kabeln.

    Die Originalschaltung

    Die Originalschaltung

    Also Multimeter gesucht und Schaltung nachvollzogen. Dabei direkt an der Erdung der Buchse auf dem Lautstärke-Poti die kalte Lötstelle gefunden. Lötkolben drauf und gleich nochmal getestet. Diesmal keine Probleme mehr. Eigentlich war damit schon alles erreicht hätte mich die Neugier nicht gepackt. Wie viel Aufwand es wohl ist den Schalter zu tauschen? Auf den Original verbauten Schalter bin ich im Netz bei images.made.in.china.com gestoßen. Naja!?

    Auf der Suche nach den Geheimnissen der E-Gitarre bin ich im Netz über viele Interessante und hilfreiche Seiten gestolpert. So findet man beim Hersteller der Pickups schon fast alles was man braucht. Pickupverkabelung, verschiedenste Schaltungen und die ein oder andere Erweiterung wie zum Beispiel ein Treble-Bleed, oder einen Killswitch. Der Treble-Bleed ist ein einfacher Kondensator der als Hochpassfilter verhindert, dass beim leiser drehen die Höhen verschwinden.

    Bevor aber die alte Schaltung zerlegt wird muss diese erst verstanden werden. Ein Techniker ist zwar nicht weit aber das Geld kann auch gespart werden. Also wieder mit dem Multimeter die Schaltung nachvollzogen und dabei auf eine ganze Reihe weiterer Verbesserungsmöglichkeiten gestoßen.

    Die Elektrik:

  • bescheidene Verkabelung
  • Signalmasse nicht abgeschirmt
  • Schirmmasse & Signalmasse an mehreren Stellen zusammengelegt
  • Graphitlack mit Lücken und in den Pickupaussparungen nicht geerdet
  • schlechte Abschirmung
  • Zu den besten Seiten die sich mit der Funktionsweise einer E-Gitarre befassen, gehören für mich ohne Zweifel die Seite vom Onkel und die von Helmut Lemme. Bei Helmut Lemme bin ich auf einen Schalter namens C-Switch gestoßen. Eine in sechs Stufen schaltbare Kondensatorschlatung welche die Resonanzfrequenz ändert wodurch der Ton wärmer wird ohne mumpfig zu werden.

    Weitere hilfreiche Links:
    SeymourDuncan.com
    GuitarElectronics.com
    1782.com

    Der Plan:
    Viele Zeilen Text und unzählige vollgekritzelte Blätter später hatte mich das Bastelfieber gepackt und ein Plan war gefasst. Die verwendete Schaltung wurde um einen Push/Pull Schalter erweitert welcher die Phasenumkehr schaltet. Dieser ersetzt den normalen Volumen-Poti. Der Ton-Poti wird durch einen C-Switch ersetzt.

    Schaltplan

    Schaltplan

    Mit dieser Schaltung ergeben sich acht unterschiedliche Pickup Zusammenstellungen. Die gleichphasig angesteuerten Pickups werden hier in grün, die gegenphasigen Zustände in rot dargestellt.

    Pickup Schema

    Pickup Schema

    Das Werkzeug:

  • Lötkolben, feine Spitze und Temperaturkontrolle
  • Seitenschneider
  • Abisloierzange
  • lange Pinzette
  • Multimeter
  • Skalpell
  • 3te Hand bzw Schraubstock oder Flachzange und Kabelbinder
  • mit Reis gefüllte Socke als Halsunterlage
  • Halsauflage

    Halsauflage

    Das Material:

  • Fender 5-Way-Super-Switch
  • C-Switch
  • 500KOhm log. Push/Pull
  • geschirmtes Kabel
  • selbstklebendes Kupferband
  • 1x 22pF – 220pF Folien-Kondensator (hier hilft nur ausprobieren)
  • 1x 22nF – 220nF Folien-Kondensator pro Humbucker Kurzschluss
  • CU-Abschirmlack (EMV35 von Kontakt Chemie)
  • Crepband
  • Frischhaltefolie
  • Schaschlick-Spiesse
  • Kleber
  • Das Pflichtenheft:

  • Schaltung neu aufbauen
  • Alten 5-weg Schalter gegen einen Fender Superswitch tauschen
  • Den Hinweisen auf des Onkels Seite folgen!
  • Schirmung mit Kupfer-Lack
  • Schirmung richtig erden
  • Signal und Schildmasse bis zur Buchse trennen
  • Kondensator zur Brummunterdrückung im Single-Coil Betrieb
  • Kondensator als Treble-Bleed ans Volumen-Poti
  • Push/Pull zur Schaltung der Phasenumkehr
  • C-Switch anstelle des Tone-Poti
  • Gurtpins und Augenblech wieder richtig befestigen
  • KEINE Arbeiten am Holz!
  • KEINE neuen Löcher!
  • Die Gurtpins und das Augenblech waren schnell repariert. Hier wurde ab Werk zu großzügig vorgebohrt um das Holz beim einschrauben der Schrauben nicht zu spalten. Also einen geviertelten Spiess auf die Tiefe des Lochs abgelängt und eingeklebt. Fertig!

    Nachdem dann die alte wie die neue Schaltung verstanden waren konnte es losgehen. Runter mit den Saiten und erst mal die ganze Gitarre in Frischhaltefolie eingepackt. Da könnte Christo neidisch werden. Das Zeug klebt auf dem glatten Lack ohne ihn anzugreifen und schützt die Gitarre gut vor Kratzern. Das E-Fach kann man dann recht einfach mit einem Skalpell freilegen ohne das die Folie verrutscht. Während der Arbeit kam zusätzlich noch ein Mikrofasertuch als Unterlage zum Einsatz. Heisser Lötkolben und Plastikfolie……das riecht nach einer Katastrophe!

    Schritt 1: „Nur die gute Elektronik bleibt drin!“

    Ohne Elektronik

    Ohne Elektronik

    Schritt 2: „Was kann die alte Abschirmung?“

    Einfache Antwort: Nicht viel!

    Der Lack ist ganz offensichtlich mit einer gewissen Hastigkeit aufgetragen worden und alles andere als flächendeckend. Widerstandsmessung ergaben nicht gerade berauschende Werte von 50Ohm und mehr und durchklingeln war nicht möglich. Auch waren die einzelnen Kammern nicht miteinander verbunden und nur mit Glück über die Pickupgehäuse geerdet……oder halt auch nicht.

    Alte Abschirmung

    Alte Abschirmung

    Schritt 3: „Abkleben“

    Hier kommt noch mehr Frischhaltefolie und Malercrep zum Einsatz.

    Modell Christo

    Modell Christo

    Schritt 4: „Neue Abschirmung“

    Neue Abschirmung

    Neue Abschirmung

    Hier wurde vor dem Lackieren ein Kupferklebeband in jede der Pickupaussparungen und das E-Fach geklebt und ein dünnes Kabel aufgelötet, welches die einzelnen Kammern verbindet. Nochmal schnell durchgemessen um sicher zu stellen, dass die Lötverbindungen auf richtig sitzen. Dann die Abklebung noch dreimal geprüft und verbreitert, damit der lösungsmittelhaltige Lack auch ja nicht an die Frischhaltefolie kommt und diese auflöst oder so. Besser auf Nummer sicher gehen. Dann beherzt mit flüssigen Bewegungen die Kammern nach und nach lackiert. Memo an selbst: Gitarre erst wenden wenn Lack getrocknet!

    Pickup Schirmung

    Pickup Schirmung

    An der Buchsenbohrung war ein wenig Lack trotz aller Vorsicht auf den Gitarrenlack gekommen. Zum Glück war das bisschen nach dem Abtrocknen ganz leicht von der Gitarre zu „kratzen“ und polieren. Puh! Glück gehabt! Und was kann nun der neue Schirmlack? Innerhalb der Pickupvertiefungen maximal 4Ohm und von der Hals- über die Brückenvertiefung bis zum E-Fach grade mal 20Ohm und das Ganze flächendeckend. Durchklingeln uneingeschränkt möglich! Erfolg!

    Die 200ml Dose EMV35 ist nur wenig teurer als die angebotene Kupferfolie und lässt sich viel besser verarbeiten. Auch reicht die Dose für 2-3 solcher Projekte wohingegen die Folie eventuell nicht mal für eines reicht, wie man immer wieder liest. Die Innenseite des Plastikdeckels ist bereits ab Werk mit einer gut leitenden Folie überzogen, sodass hier keine weiteren Schritte notwendig waren.

    Die Zeit die der Lack zum trocknen braucht kann man gut anderweitig nutzen.

    Mampf!

    Mampf!

    Zum Beispiel für ein lecker Zwiebelgulasch. Wer unterzuckert hat zittrige Hände und mit denen macht Löten keinen Spaß!

    Schritt 5: Mini Push/Pull – Poti

    Den Minischalter will man sicherlich nicht erst verlöten wenn er bereits im Gehäuse eingebaut ist.
    Hier müssen nun nach und nach verschiedene Teile der Schaltung dran. Phasenumkehr, Treble-Bleed, Masse, Signal, C-Switch und Pickup. Eine ganze Menge Kabel!

    Push/Pull log. 500kOhm

    Push/Pull log. 500kOhm mit Phasenumkehr

    Push/Pull log. 500kOhm mit Treble-Bleed

    Push/Pull log. 500kOhm mit Treble-Bleed

    Da der empfohlene Wert des Kondensators für das Treble-Bleed irgendwo zwischen 22pf und 220pF liegt und das Ding später extrem unzugänglich ist musste hier eine flexible Lösung gefunden werden, welche es erlaubt die Kondensatoren einfach auszutauschen. Hier kam mir eine Art Jumper aus dem Computerbereich ganz recht der als ein-adriges Kabel ausgeführt war. Plastikkappen runter, Schrumpfschlauch drauf und in der Mitte auseinander gezwickt. Durch die Metallspangen im Inneren ein solider Kontakt mit den Kondensatorbeinchen.

    Schritt 6: „C-Switch? Si!“

    Als nächstes wird der C-Switch an den Poti gelötet.

    Push/Pull und C-Switch

    Push/Pull und C-Switch

    Schritt 7: „Der Fender 5-Way-Super-Switch“

    Genauso sperrig wie seine Bezeichnung erweist sich der Schalter auch beim Einbau. Er ist durch seine vier getrennten Schalter auf zwei Ebenen deutlich größer und tiefer als der „Made In China“ aber er passt. Doch bevor es an den Einbau geht muss auch dieser Schalter ein paar Modifikationen unterzogen werden.

    5-Wege-Schalter mit Kondensatoren

    5-Wege-Schalter mit Kondensatoren

    Hier mit den Brücken für das Signal und den beiden Folienkondensatoren die als Brummunterdrückung im Single-Coil betrieb dienen sollen. Die Kondensatoren zu beschaffen erwies sich als gar nicht so einfach. Ich wurde schließlich bei RS-Components und im Keller fündig. Die beiden hier verbauten haben eine Kapazität von 100nF. Der empfohlene Bereich liegt zwischen 22 und 220nF. Nicht mit den Picofarad fürs Treble-Bleed verwechseln!

    Noch was zum Thema Kondensatoren. Viele der englischsprachigen Seiten im Netz verwenden als Einheit für die Kapazität [MF] anstelle von [mF], also Megafarad. Zum Glück bekommt man diese Brummer nicht in so ein mickriges Fach ;) Es sind auch hier immer Millifarad gemeint.

    Schritt 8: „Der Einbau in die Gitarre“

    Dieser Schritt war sehr nervenaufreibend. Zum einen war es schon recht spät, zum anderen erwiesen sich das ein oder andere zuvor verlötete Kabel als zu kurz oder zu dick (Ja Obelix ich weiß, du nicht!) und musste ausgetauscht werden!

    Das blanke Kabel der Pickups erdet deren Gehäuse und schirmt das Kabel. Da die Gehäuse aber auch mit dem Schirmlack in Kontakt kommen können wurden die Metallteile auf der Rückseite der Pickups mit Isolierband ab geklebt und die Erdungsdrähte auf das Volumen-Potigehäuse gelötet. Sollte also keine Massenschleife entstehen. Auf das Volumen-Potigehäuse wurde auch die Saitenerdung glötet. An mancher Stelle wird diskutiert ob man diese mit einer guten Schirmung überhaupt noch braucht aber ich wollte erstmal nicht darauf verzichten. Für zukünftige Experimente kommt man an die Lötstelle gut dran. Dann folgten der 5-Wege-Schalter sowie das Push/Pull und der C-Switch. Wie gesagt nervenaufreibend! Nachdem dann alles wieder an Ort und Stelle war wurde die Schaltung in ihren verschiedenen Zuständen durchgemessen. Keine Kurzschlüsse und bisher kein Kontakt zwischen Schild und Signalmasse. Sieht gut aus!

    Neue Elektronik

    Neue Elektronik

    Schritt 9: „Soundcheck zur Geisterstunde“

    Nachdem die „Innereien“ fertig sind, muss nun noch die Buchse wieder dran. Erst hier werden Signal- und Schildmasse wieder zusammengelegt. Nach den kniffeligeren Stellen war das dann wirklich nur noch die Pflicht. Ein paar Kabel an Lötösen befestigen, Kinderspiel! Nochmal nachgemessen und zwei der alten Saiten wieder aufgezogen, einen kleinen Inbusschlüssel zum Abklopfen der Pickups gegriffen und ran an den Verstärker. Erster Test nach dem Einstecken? Führen die Saiten eine Spannung? Nein! Gut. Also wie klingt sie nun?

    Doch oh Schreck. Sonntagmorgen 0:30 und kein Mucks kommt aus dem Verstärker. Ruhe bewahren. (pun not intended!) Verschiedene Schalterstellungen ausprobiert, immer noch kein Ton. Hmm? Lautstärke? Nein die ist es auch nicht. Nach kurzer Suche war das Problem gefunden und nachdem der Kopfhörer ausgesteckt war erklangen die ersten Töne der noch völlig verstimmten Saiten. Leichtes antippen der Pickups mit dem Inbusschlüssel zeigte dann auch schnell, dass alle Schaltungszustände einwandfrei funktionieren. Die Uhrzeit war vergessen! Schnell die restlichen Saiten aufgezogen und gestimmt und siehe da sie singt, jammert und schreit wie nie zuvor. Die Single-Coils brummen so gut wie gar nicht, der Klang ist für meine Ohren sehr gut und die Auswahlmöglichkeiten sind vielseitiger als zuvor.

    In naher Zukunft gibt es an dieser Stelle auch für euch was auf die Ohren!

    Fazit:

  • Keine Wackelkontakte mehr
  • Volumen-Poti arbeitet über den kompletten Stellweg
  • Gurtpins und Augenblech sitzen nun sicher
  • Vielseitigere Klangeinstellungen
  • Dank C-Switch gehört mumpfiger Sound der Vergangenheit an
  • Gitarre fängt nahezu keine Störungen mehr auf
  • Phasenumkehr sorgt für einen schönen dünnen Klang der sich gut verzerren lässt
  • Am Ende ist aus der Reparatur einer simplen Lötstelle, eine komplette Überholung der Elektronik und Abschirmung geworden. Auch wenn es viel Arbeit und manchmal Nerven gekostet hat bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Wieder eine Facette dieses wunderbaren Instruments mehr die man ein bischen besser versteht. Auch wenn eine gewisse Grundkenntnis der Elektronik und Geschick mit dem Lötkolben Voraussetzung für einen solchen Umbau sind, kann man fast alles an Information im Netz finden. Wichtig ist allerdings die Schaltungen nachzuvollziehen und zu verstehen. Die Pläne im Netz sind zwar sehr einfach aber wie die Erfahrung zeigt nicht immer richtig. Löten nach Zahlen, nein Danke! Für die eigenen Pickups findet man die Belegung beim Hersteller und jeder verwendet eine andere Farbkodierung!

    Die kommenden Tage werden noch neue Saiten aufgezogen, Saitenlage und Oktavreinheit neu justiert und die Axt mal wieder ordentlich gepflegt. Das nächste Projekt liegt in der Zukunft aber sobald ich eine Paula mein eigen nennen kann werde ich ihren vier Potis zu Leibe rücken, die Potis durch Push/Push-Potis (die coolere Variante der Push/Pulls) ersetzen und eine Jimmy Page Schaltung einbauen. Sucht mal bei der Tube nach „Jimmy Page Wiring“.

    Einfach Wahnsinn!

    Rock on!
    Knubbelix

    Mein Name ist Phil, Halophil

    September 6th, 2010

    Was geschieht wenn man unschuldige Salzstreuer und Fimo in die Finger bekommt? Meist seltsame Dinge! Deh hatte mit seinem grünen Salzstreu(n)er Begehrlichkeiten geweckt und bald darauf waren Salz und Pfefferstreuer in ausreichender Menge vorhanden. Einer davon fiel mir in die Hände. Wenn die gewusst hätten was daraus wird!

    Mit einem Streuer im Bauch, eingefasst in ein paar Meter Draht und umwickelt mit ausreichend Alufolie erblickte Phil am Samstagabend das Licht der Deckenbeleuchtung. Anders als seine Vorgänger wirkte er deutlich unförmiger und grösser.

    ein Halophiler nach dem Schlüpfen

    ein Halophiler nach dem Schlüpfen

    Da die Halophilen sehr schreckhaft sind ist nicht viel über seine weitere Entwicklung bekannt. Er wurde am Samstag spät in der Nacht einmal mit einem seltsamen Kopf gesehen den er kurze Zeit später verlor. Kein grosser Grund zur Sorge, denn anscheinend ging es ihm dennoch gut und nach kurzer Zeit war bereits ein neuer Kopf nachgewachsen.

    ein ausgewachsener Halophiler

    ein ausgewachsener Halophiler

    Wenn man diesem allerdings mal genau in die Augen schaut so kann man sicherlich erahnen was der arme Kerl so durchmachen musste, bis er am Sonntag zum letzten Mal in den Ofen flüchten durfte.

    WANTED


    Phils Passbild

    Phils Passbild

    Auch wenn Phil etwas aus der Art schlägt und ganz sicher der unpraktischste Salzstreuer ist den ich
    je hatte, so darf er doch bleiben. Ausserdem hat er sich bereits in der Küche verkrochen und weder gutes Zureden noch Drohen haben ihn bis jetzt zu irgend einer Reaktion veranlasst. Stur sind sie also auch noch!

    Zur Klärung was Halophile nun wirklich sind, sei hier aus einem Artikel der deutschen Wikipedia zitiert:

    Als Halophile oder Halotolerante (abgeleitet vom griechischen hals, halos=Salz) werden Organismen bezeichnet, die in Umgebungen mit erhöhter Salzkonzentration leben. Als Salz gilt dabei nicht nur Kochsalz, sondern auch jedes andere Mineralsalz.
    Halophile (d.h. “Salz liebende”) Organismen sind derart an hohe Salzkonzentrationen angepasst, dass sie ihr Wachstum einstellen oder sterben, wenn die Salinität unter eine bestimmte Schwelle sinkt. Je nach Grad der Anpassung unterscheidet man schwach, moderat oder extrem Halophile.

    Ob der gute Phil zu den moderaten oder extremen Abkömmlingen seiner Art zählt wird die Zeit zeigen.

    Knubbelix

    Objekte der Begierde

    August 30th, 2010

    Wie beginnt man wenn schon von Anfang an klar ist, dass einem die Worte fehlen werden?

    Ich möchte euch hier eine Gitarrenschmiede der Extraklasse vorstellen. Ich hatte bisher zwar noch nicht das Glück eines dieser Instrumente Live zu hören oder gar in Händen zu halten aber alleine Bauart, Materialien und Farben rauben mir schlicht den Atem.


    Not all works of art belong on a wall!



    Guitars for Heroes.




    Die deutsche Marke Duesenberg besteht seit 1991 und wird von der Firma Göldo Music GmbH in Hannover vertrieben. Gitarrenfans sei an dieser Stelle empfohlen die Boxen ruhig ein wenig lauter zu drehen wenn sie auf diesen Link oder das Bild klicken. Duesenberg Gitarren findet man unter anderem bei Bloodhound Gang, Peter Maffay, Wir sind Helden und ZZ-Top im Einsatz.

    Ein Freund hatte mich vor kurzem auf diese Schmuckstücke aufmerksam gemacht und Träume geweckt irgendwann ein solches Instrument zu besitzen und ihm eine Stimme verleihen zu können. Letzteres kommt sicherlich mit der Übung, ersteres nur durch sparen, aber ich schweife ab. Besonders angetan haben es mir zwei Modelle aus der Kollektion die fünfzehn verschiedene Grundmodelle umfasst (die Bässe nicht mitgezählt) und im Rahmen der einzelnen Modelle noch Variationen in Ausstattung und Finish anbietet.

    Zum Reinhören, ich kann es euch leider nicht vorspielen, einfach auf den Link zum Modell und auf der rechten Seite eine der drei Pickupvarianten auswählen. Sehr zu empfehlen die beiden Soundclips zum Bridgepickup der Starplayer. Aber schön eine nach der anderen ansonsten gibt es Brei.

    Auf meinem persönlichen zweiten Platz: Die Duesenberg Imperial

    Ein klassisches Jazz- & Rockabilly Design, für welches Dieter in jene Zeiten zurück getaucht ist, in denen Rock noch “around the clock” war. Klassischer Hollow Body mit zwei F-Löchern. Bewährte Duesenberg-Bestückung, aber Toggle Switch und ein Mid-Shift Poti für den Twäng.
    -Zitat: duesenberg.de

    Duesenberg Imperial in Rot

    Duesenberg Imperial in Rot, ©Duesenberg

    Und unangefochten auf Platz Eins und ohne zu übertreiben für mich eine der schönsten Gitarren überhaupt, die atemberaubende Starplayer TV in Pearl Green

    Eine handliche, elegante und leichte Semi-Hollow Arched Top & Back Gitarre, entwickelt aus unserer ersten Starplayer von 1992. Einzigartig in Sound und Bespielbarkeit erinnert sie an die Zeiten, als Rock & Roll noch jung war.
    -Zitat: duesenberg.de

    Duesenberg Starplayer TV in Pearl Green

    Duesenberg Starplayer TV in Pearl Green, ©Duesenberg

    Und noch eine Detailaufnahme, leider ohne das grüne Finish aber dennoch ein echter Hingucker!

    Duesenberg Starplayer Detail

    Duesenberg Starplayer Detail, ©Duesenberg

    Form, Farbe, Klang ist sicherlich alles Geschmackssache aber über Geschmack kann man nicht streiten. Lasst mich als Filmfreak hier noch ein Zitat einstreuen: “Sie wird mal mir gehören, oh ja, sie wird mal mir gehören!”.

    Knubbelix

    Ein kreativer Urlaub

    August 29th, 2010

    Zum Jahreswechsel 09/10 haben wir uns in Massholm an der Schleimündung in einem kleinen kuscheligen Ferienhaus eingeigelt und die Seele baumeln lassen. Zusammen mit Deh und Suse bei klirrend kalten Wintertagen und einem offenen Kamin, einfach perfekt zum Entspannen. Nach den ersten sehr entspannten Tagen wurde der kreativen Ader freier Lauf gelassen und die Nacht zum Tag gemacht. Modellieren bis zum Morgengrauen!

    Modellieren, zeichnen und Ledertaschen nähen standen auf dem Programm. Deh hat mit seinem “Orkinal” an mehreren Abenden eine hammer Figur von einem Ork geschaffen. Details und Geschichte findet ihr hier. Wie viele Taschen Suse am Ende genäht hatte weiss ich nicht mehr genau aber es waren einige und alle einfach nur schön.

    Ich hab mich kurzeitig an einer Weiterentwicklung des Höllenhunds versucht, aber so richtig viel ist dabei nicht rumgekommen. Irgendwie wollte der Funke nicht so richtig zünden. Ich hab mich dann auf kleinere Doodles gestürzt, jeden Abend etwas Anderes und Neues.

    Der Dämon mit den schiefen Zähnen:
    Der erste in der Reihe ist ein kleiner Kopf. Diesmal ohne grossartigen Unterbau einfach drauf los modelliert und versucht etwas kopfartiges zu erschaffen. Kopf und Gesicht…..irgendwie endlos schwer aber hier stand auch mehr das Probieren und die Übung im Vordergrund. Die Stacheln, Augen und Zähne waren eigentlich für den Höllenhund gedacht und bereits vorgebacken.

    Dämon1

    Dämon1

    Dämon2

    Dämon2

    Der dreibeinige Tittling:
    Nach einer mehr oder minder erfolgreichen Runde AD&D und dem Genuss von Alkohol ging der Abend feucht fröhlich weiter. Das erste was über Bord ging war der erwachsene Anstand und so hatte die pubertäre Ader freie Bahn und wurde ungeprüft ausgelebt. Ursprung des ganzen war eine kleine Zeichnung von Deh und da ich noch von dem Sculpey übrig hatte dacht ich mir, warum nicht? Raus kam ein dreibeiniger Tittling….was das ist….keine Ahnung!

    Tittling1

    Tittling1

    Tittling2

    Tittling2

    Der Kerl mit dem wilden Haar:
    Ein weiterer Anlauf auf einen Kopf folgte kurze Zeit später. Auch hier ohne irgend einen Unterbau aus Alu oder so und die Augen sind bereits vorgebacken gewesen. Da der Unterbau gefehlt hat wurde das Fimo durch das permanente Halten und Bearbeiten sehr weich was im Backofen dann fast die Katastrophe bedeutet hätte. Aber draussen war es ja kalt genug um das Fimo wieder etwas fester zu bekommen und im Ofen wurde einfach mit einem Glas und Küchenrolle abgestützt. Alles in allem bin ich sehr stolz auf diesen kleinen Kopf.

    MrOrange von oben

    MrOrange von oben

    MrOrange von rechts

    MrOrange von rechts

    MrOrange von links

    MrOrange von links

    Der Torso (FSK16):
    Und dann war da noch mein erster Anlauf die weibliche Form zu modellieren. Gar nicht so einfach. Diesmal ohne Kopf, sondern nur der Torso.

    Torso1

    Torso1

    Torso2

    Torso2

    Torso3

    Torso3

    Ein sehr entspannter, schöner und sehr kreativer Urlaub. Der Ofen ist vermutlich öfters zum Fimo härten verwendet worden als zum Backen und das auch morgens um halb vier wenn es sein musste. Egal ob und was ich als nächstes Modell geplant habe, Fimo pack ich auf jeden Fall wieder ein wenn ich mit den beiden unterwegs bin.

    Knubbelix

    Der Höllenhund

    August 29th, 2010

    Dieses Modell steckt seit einiger Zeit in den Kinderschuhen fest. Aufgeben wollte ich es bisher noch nicht und ich bin mir recht sicher, dass ich es irgendwann fortsetzen werde. Der Winter steht vor der Tür und kalte Wintertage und -nächte laden geradezu dazu ein.

    Nachdem ich für die Klaue ja die Vorlage quasi direkt am Arm hatte und beim Alien eher drauflos modelliert hatte wollte ich bei diesem Modell schon von Anfang an sicher gehen, dass ich die Proportionen richtig habe. Zu diesem Zweck wurde das Internet nach Bildern und Informationen zur Anatomie von Hunden durchstöbert. Nach einiger Suche bin ich auch auf Skizzen des Skelettaufbaus gestossen die den Hund sowohl von der Seite als auch von Vorne zeigen. Diese wurden in ihrer Grösse angepasst, ausgedruckt und der grundlegende Aufbau mit allen wichtigen Gelenken markiert.

    Höllenhund Anatomie

    Höllenhund Anatomie

    Diese Proportionen wurden dann auf das Drahtmodell übertragen, wobei ich den Schwanz absichtlich länger gemacht habe. Die Drähte wurden so gelegt, dass jeweils die linksseitigen und rechtsseitigen Läufe aus einem Draht bestehen. Zusätzlich noch je ein Draht der jeweils Bestandteil beider Hinter- bzw. Vorderläufe ist. Das alles dann im Bereich des Rückgrats an den Drähten befestigt die den Kopf und Schwanz ausmachen. Alles sorgfältig umwickelt und die Gelenke entsprechend der Proportionskarte markiert.

    Danach wurde das noch recht langweilig aussehenden aber sehr stabile Drahtmodell so lange bespielt und gebogen bis eine dynamischere Pose entstand die auch später das ganze Modell ausmachen sollte. Heraus kam eine Haltung die mir sehr gut gefällt und ein wenig an einen pirschenden Hund erinnert, der Mitten im Schritt anhält.

    Nachdem ich mit der Pose zufrieden war wurde das Skelett auf einem Holzklotz fixiert. Danach noch einen Klumpen Alufolie im Bereich des Brustkorbs umgeschnallt und alles vom Becken über das Rückgrat bis zur Schulter mit Epoxy fixiert.

    Höllenhund Skelett vorne

    Höllenhund Skelett vorne

    Höllenhund Skelett oben

    Höllenhund Skelett oben

    In diesem Zustand befindet sich das Modell nun seit einiger Zeit und wartet auf meine Aufmerksamkeit. Ob, wann und wie es weiter geht werden wir dann sehen.

    Knubbelix

    Eine Heimat fürs Werkzeug

    August 29th, 2010

    Bei den ganzen Werkzeugen die sich mit der Zeit so ansammeln wird es irgendwann recht unübersichtlich. Gerade das Zahnarztbesteck neigt zu einer gewissen Unordnung. Sicherlich kann man mit diversen Schachteln, Kisten und sonstigem gegensteuern. Ich möchte euch aber hier eine Lösung mit sehr viel Stil vorstellen.

    Suse, eine sehr gute Freundin von mir, hat mir zum Geburtstag eine Ledertasche zum aufrollen geschenkt, in der all die Werkzeuge, die ich immer wieder verwende, Platz finden. Handgenäht mit einer Hornspitze als Verschluss. Mehr Stil geht nicht!

    Werkzeugtasche offen

    Werkzeugtasche offen

    Man beachte den eingenähten Deckel, der ein Herausfallen der Werkzeuge verhindert.

    Werkzeugtasche geschlossen

    Werkzeugtasche geschlossen

    Suse, vielen vielen Dank für diese Tasche. Einfach schön und super praktisch.

    Knubbelix

    Hilfsmittel

    August 29th, 2010

    Neben einer guten Modelliermasse braucht man noch ein paar Werkzeuge damit das Modellieren so richtig Spass macht und nicht zum Krampf wird. Vieles davon findet sich in jedem Haushalt und kann recht leicht zweckentfremdet werden. Darunter unter anderem:

      - Messer zum Portionieren oder Falten von Fimoplatten
      - kleine Löffel können als Spachtel verwendet werden um grosse Flächen zu glätten
      - Lineal oder Massband
      - Schaschlikspiesse aus Holz oder Metall
      - Backpapier als Unterlage zum Kneten und Ausrollen der Masse

    Was so richtig gut funktioniert sind die ganzen fies aussehenden Sonden, Kratzer und Werkzeuge die man so von seinem Zahnartbesuch kennt. Es gibt Anbieter die diese aufkaufen, zusammenstellen und dann zu einem recht vernünftigen Preis zum Beispiel in der Bucht anbieten. Oder einfach mal beim eigenen Zahnarzt nachfragen.

    Zahnarztbesteck

    Zahnarztbesteck

    Es gibt auch für recht viel Geld so genannte Clay- und Colorshaper. Diese haben einen Stiel wie ein Pinsel und eine Spitze aus Gummi in verschiedenen Formen und Härten. Aber knapp 40 Euro waren mir bisher immer zu teuer um es zu testen. Aber mit ein wenig Geduld kann man sich auch eigene bauen, wie oben links im Bild zu sehen. Hierbei wurden einfach Schrumpfschläuche aus dem Elektronikbereich in verschiedenen Dicken ineinander geschoben und mit einem Feuerzeug an eines der Enden der Sonde geschrumpft. Einfach lang genug anfangen, dann kann man hinterher mit einem sehr scharfen Messer verschiedene Köpfe schneiden.

    Draht und Alufolie als Unterbau hatte ich in diversen Beiträgen bereits erwähnt. Was auch sehr hilfreich ist ist ein Zwei-Komponenten-Epoxy. Dies bekommt man im Baumarkt in der Form von zwei Knetwürsten die man einfach zu gleichen Teilen vermengt. Hierbei unbedingt Handschuhe tragen, da dieses Zeug bevor es ausgehärtet ist nicht wirklich gesund ist. Es eignet sich sehr gut um Stellen im Drahtskelett zu fixieren, da es steinhart wird. Siehe Das Alien

    Alien Unterbau

    Alien Unterbau

    Ein weiteres sehr hilfreiches Produkt zum Modellieren ist Frischhaltefolie. Zum einen kann man seine Fimoreste darin einwickeln und so sauber und “frisch” halten. Neben dieser offensichtlichen Anwendung eignet es sich aber auch sehr gut für die Bearbeitung von Oberflächendetails. Hierbei wird die Modelliermasse mit der Frischhaltefolie abgedeckt und erst dann mit diversen Werkzeugen bearbeitet. Dies verhindert, dass das Werkzeug die Oberfläche zerkratzt oder einreisst.

    Und aus Fimoresten lassen sich leicht Oberflächenstempel erzeugen mit denen man Muster wie Schuppen, Fell, Beulen und anderes direkt in das noch weiche Fimo pressen kann. Dies ist besonders Praktisch für grosse Flächen die gleichmässig aber nicht nicht monoton werden sollen.

    Fimostempel

    Fimostempel

    Als letzten Arbeitsschritt vor dem Backen kann man noch die Oberfläche vorsichtig mit einem weichen Schwamm und Spiritus abtupfen. Am besten das Modell vorher eine Zeit lang in Ruhe lassen, so dass die Masse abkühlt und fester wird. Im Winter einfach kurz abgedeckt vor die Tür stellen. Der Spiritus weicht die Oberfläche etwas an und man kann zum Beispiel Fingerabdrücke und Krümel relativ einfach und problemlos ohne das Detail zu beschädigen entfernen. Hierbei ist weniger mehr!

    Knubbelix

    Das Alien

    August 29th, 2010

    Nach dem ersten Fimo Projekt wollte ich auch andere Modelliermassen ausprobieren. Meine nächste Wahl war das amerikanische Sculpey, hier speziell das Sculpey Living Doll. Diese Masse ist, wie der Name bereits andeutet, für Puppen gedacht und wurde in vielen Foren für ihre leichte Knetbarkeit und die glatte Oberfläche gelobt. Also in der Bucht einen grossen Block in Hautfarbe bestellt und schon konnte es losgehen.

    Inspiriert durch die StarWars Zeichentrickserie sollte es diesmal ein Alien werden. Genauer gesagt eine Alienbüste. Ich hatte mich vorher von Köpfen und Gesichtern fern gehalten, da ich diese für sehr schwer halte. Aber man kann nicht nur Körperteile modellieren und Übung macht schlauer.

    Auch für dieses Modell musste zunächst ein Unterbau geschaffen werden um dem Modell seine Stabilität zu verleihen und die Kosten an Modelliermasse zu reduzieren. Nach den guten Erfahrungen bei der Klaue fiel auch hier die Wahl auf ein Gerüst aus Draht und Alufolie. Beides ist günstig zu haben und sehr einfach zu verarbeiten.

    Alien Unterbau

    Alien Unterbau

    Alien Unterbau verkleidet

    Alien Unterbau verkleidet

    Auch dieses Projekt hat einiges an Zeit “gefressen” musste allerdings wegen der Modelliermasse aufgegeben werden. Das Sculpey Living Doll hat im Vergleich zum Fimo Soft einen sehr geringen Stand und eine hohe Elastizität. Beides eher Nachteile wenn man feinere Details modellieren möchte. Flächige Verformungen sind eher Glücksache da die Masse sich in ihrer Gesamtheit verschiebt und nachdem man den Druck weg nimmt ein gutes Stück zurück kommt. Sehr unbefriedigend. Aber egal, wieder was gelernt und auch der erste ernsthafte Anlauf auf einen Kopf ist deutlich besser gelaufen als ich zu Beginn gehofft hatte.

    Alien 1

    Alien 1

    Alien 2

    Alien 2

    Alien 3

    Alien 3

    Das nächste Projekt wird vermutlich wieder mit Fimo gemacht werden. Wobei das Living Doll ja nur eins von vielen Sculpey Produkten ist und ich sicherlich nochmal was mit dem “normalen” Sculpey modellieren werde.

    Knubbelix