Archive for the ‘Gitarren’ Category

Die Axt in neuem Schliff

Dienstag, Oktober 26th, 2010

Ich habe meine Axt nun gut ein dreiviertel Jahr und bin sehr zufrieden mit dem Instrument. Ein paar Kleinigkeiten gab es dennoch die man hätte ändern können. So waren zum Beispiel die fünf Stellungen des Pickupwahlschalters eigentlich überflüssig, da ich aufgrund der Ähnlichkeit im Klang meist nur drei davon verwendet habe. Da nun in den letzten Wochen ein paar neue Probleme hinzukamen war der Entschluss gefasst sich nun doch ernsthaft mit dem Thema Gitarrenelektronik auseinander zu setzen und die Gitarre einer Inspektion zu unterziehen.

Auslöser war eine seltsame Änderung des Klangs während einer Unterrichtsstunde und ein kompletter Aussetzer abends daheim der sich von alleine wieder behob. Kalte Lötstelle?

Auf zur Inspektion:

  • Aussetzer!
  • Knackender Schalter
  • ausgerissenes Augenblech
  • selbst lockernde Gurtpins
  • Lautstärke von Null auf 100 zwischen 1-4, der Rest sinnloser Stellweg
  • Tonregler produziert mehr Mumpf als wärmeren Sound
  • Ein Blick ins E-Fach der Gitarre offenbarte zunächst einen unverständlichen Wust an Kabeln.

    Die Originalschaltung

    Die Originalschaltung

    Also Multimeter gesucht und Schaltung nachvollzogen. Dabei direkt an der Erdung der Buchse auf dem Lautstärke-Poti die kalte Lötstelle gefunden. Lötkolben drauf und gleich nochmal getestet. Diesmal keine Probleme mehr. Eigentlich war damit schon alles erreicht hätte mich die Neugier nicht gepackt. Wie viel Aufwand es wohl ist den Schalter zu tauschen? Auf den Original verbauten Schalter bin ich im Netz bei images.made.in.china.com gestoßen. Naja!?

    Auf der Suche nach den Geheimnissen der E-Gitarre bin ich im Netz über viele Interessante und hilfreiche Seiten gestolpert. So findet man beim Hersteller der Pickups schon fast alles was man braucht. Pickupverkabelung, verschiedenste Schaltungen und die ein oder andere Erweiterung wie zum Beispiel ein Treble-Bleed, oder einen Killswitch. Der Treble-Bleed ist ein einfacher Kondensator der als Hochpassfilter verhindert, dass beim leiser drehen die Höhen verschwinden.

    Bevor aber die alte Schaltung zerlegt wird muss diese erst verstanden werden. Ein Techniker ist zwar nicht weit aber das Geld kann auch gespart werden. Also wieder mit dem Multimeter die Schaltung nachvollzogen und dabei auf eine ganze Reihe weiterer Verbesserungsmöglichkeiten gestoßen.

    Die Elektrik:

  • bescheidene Verkabelung
  • Signalmasse nicht abgeschirmt
  • Schirmmasse & Signalmasse an mehreren Stellen zusammengelegt
  • Graphitlack mit Lücken und in den Pickupaussparungen nicht geerdet
  • schlechte Abschirmung
  • Zu den besten Seiten die sich mit der Funktionsweise einer E-Gitarre befassen, gehören für mich ohne Zweifel die Seite vom Onkel und die von Helmut Lemme. Bei Helmut Lemme bin ich auf einen Schalter namens C-Switch gestoßen. Eine in sechs Stufen schaltbare Kondensatorschlatung welche die Resonanzfrequenz ändert wodurch der Ton wärmer wird ohne mumpfig zu werden.

    Weitere hilfreiche Links:
    SeymourDuncan.com
    GuitarElectronics.com
    1782.com

    Der Plan:
    Viele Zeilen Text und unzählige vollgekritzelte Blätter später hatte mich das Bastelfieber gepackt und ein Plan war gefasst. Die verwendete Schaltung wurde um einen Push/Pull Schalter erweitert welcher die Phasenumkehr schaltet. Dieser ersetzt den normalen Volumen-Poti. Der Ton-Poti wird durch einen C-Switch ersetzt.

    Schaltplan

    Schaltplan

    Mit dieser Schaltung ergeben sich acht unterschiedliche Pickup Zusammenstellungen. Die gleichphasig angesteuerten Pickups werden hier in grün, die gegenphasigen Zustände in rot dargestellt.

    Pickup Schema

    Pickup Schema

    Das Werkzeug:

  • Lötkolben, feine Spitze und Temperaturkontrolle
  • Seitenschneider
  • Abisloierzange
  • lange Pinzette
  • Multimeter
  • Skalpell
  • 3te Hand bzw Schraubstock oder Flachzange und Kabelbinder
  • mit Reis gefüllte Socke als Halsunterlage
  • Halsauflage

    Halsauflage

    Das Material:

  • Fender 5-Way-Super-Switch
  • C-Switch
  • 500KOhm log. Push/Pull
  • geschirmtes Kabel
  • selbstklebendes Kupferband
  • 1x 22pF – 220pF Folien-Kondensator (hier hilft nur ausprobieren)
  • 1x 22nF – 220nF Folien-Kondensator pro Humbucker Kurzschluss
  • CU-Abschirmlack (EMV35 von Kontakt Chemie)
  • Crepband
  • Frischhaltefolie
  • Schaschlick-Spiesse
  • Kleber
  • Das Pflichtenheft:

  • Schaltung neu aufbauen
  • Alten 5-weg Schalter gegen einen Fender Superswitch tauschen
  • Den Hinweisen auf des Onkels Seite folgen!
  • Schirmung mit Kupfer-Lack
  • Schirmung richtig erden
  • Signal und Schildmasse bis zur Buchse trennen
  • Kondensator zur Brummunterdrückung im Single-Coil Betrieb
  • Kondensator als Treble-Bleed ans Volumen-Poti
  • Push/Pull zur Schaltung der Phasenumkehr
  • C-Switch anstelle des Tone-Poti
  • Gurtpins und Augenblech wieder richtig befestigen
  • KEINE Arbeiten am Holz!
  • KEINE neuen Löcher!
  • Die Gurtpins und das Augenblech waren schnell repariert. Hier wurde ab Werk zu großzügig vorgebohrt um das Holz beim einschrauben der Schrauben nicht zu spalten. Also einen geviertelten Spiess auf die Tiefe des Lochs abgelängt und eingeklebt. Fertig!

    Nachdem dann die alte wie die neue Schaltung verstanden waren konnte es losgehen. Runter mit den Saiten und erst mal die ganze Gitarre in Frischhaltefolie eingepackt. Da könnte Christo neidisch werden. Das Zeug klebt auf dem glatten Lack ohne ihn anzugreifen und schützt die Gitarre gut vor Kratzern. Das E-Fach kann man dann recht einfach mit einem Skalpell freilegen ohne das die Folie verrutscht. Während der Arbeit kam zusätzlich noch ein Mikrofasertuch als Unterlage zum Einsatz. Heisser Lötkolben und Plastikfolie……das riecht nach einer Katastrophe!

    Schritt 1: „Nur die gute Elektronik bleibt drin!“

    Ohne Elektronik

    Ohne Elektronik

    Schritt 2: „Was kann die alte Abschirmung?“

    Einfache Antwort: Nicht viel!

    Der Lack ist ganz offensichtlich mit einer gewissen Hastigkeit aufgetragen worden und alles andere als flächendeckend. Widerstandsmessung ergaben nicht gerade berauschende Werte von 50Ohm und mehr und durchklingeln war nicht möglich. Auch waren die einzelnen Kammern nicht miteinander verbunden und nur mit Glück über die Pickupgehäuse geerdet……oder halt auch nicht.

    Alte Abschirmung

    Alte Abschirmung

    Schritt 3: „Abkleben“

    Hier kommt noch mehr Frischhaltefolie und Malercrep zum Einsatz.

    Modell Christo

    Modell Christo

    Schritt 4: „Neue Abschirmung“

    Neue Abschirmung

    Neue Abschirmung

    Hier wurde vor dem Lackieren ein Kupferklebeband in jede der Pickupaussparungen und das E-Fach geklebt und ein dünnes Kabel aufgelötet, welches die einzelnen Kammern verbindet. Nochmal schnell durchgemessen um sicher zu stellen, dass die Lötverbindungen auf richtig sitzen. Dann die Abklebung noch dreimal geprüft und verbreitert, damit der lösungsmittelhaltige Lack auch ja nicht an die Frischhaltefolie kommt und diese auflöst oder so. Besser auf Nummer sicher gehen. Dann beherzt mit flüssigen Bewegungen die Kammern nach und nach lackiert. Memo an selbst: Gitarre erst wenden wenn Lack getrocknet!

    Pickup Schirmung

    Pickup Schirmung

    An der Buchsenbohrung war ein wenig Lack trotz aller Vorsicht auf den Gitarrenlack gekommen. Zum Glück war das bisschen nach dem Abtrocknen ganz leicht von der Gitarre zu „kratzen“ und polieren. Puh! Glück gehabt! Und was kann nun der neue Schirmlack? Innerhalb der Pickupvertiefungen maximal 4Ohm und von der Hals- über die Brückenvertiefung bis zum E-Fach grade mal 20Ohm und das Ganze flächendeckend. Durchklingeln uneingeschränkt möglich! Erfolg!

    Die 200ml Dose EMV35 ist nur wenig teurer als die angebotene Kupferfolie und lässt sich viel besser verarbeiten. Auch reicht die Dose für 2-3 solcher Projekte wohingegen die Folie eventuell nicht mal für eines reicht, wie man immer wieder liest. Die Innenseite des Plastikdeckels ist bereits ab Werk mit einer gut leitenden Folie überzogen, sodass hier keine weiteren Schritte notwendig waren.

    Die Zeit die der Lack zum trocknen braucht kann man gut anderweitig nutzen.

    Mampf!

    Mampf!

    Zum Beispiel für ein lecker Zwiebelgulasch. Wer unterzuckert hat zittrige Hände und mit denen macht Löten keinen Spaß!

    Schritt 5: Mini Push/Pull – Poti

    Den Minischalter will man sicherlich nicht erst verlöten wenn er bereits im Gehäuse eingebaut ist.
    Hier müssen nun nach und nach verschiedene Teile der Schaltung dran. Phasenumkehr, Treble-Bleed, Masse, Signal, C-Switch und Pickup. Eine ganze Menge Kabel!

    Push/Pull log. 500kOhm

    Push/Pull log. 500kOhm mit Phasenumkehr

    Push/Pull log. 500kOhm mit Treble-Bleed

    Push/Pull log. 500kOhm mit Treble-Bleed

    Da der empfohlene Wert des Kondensators für das Treble-Bleed irgendwo zwischen 22pf und 220pF liegt und das Ding später extrem unzugänglich ist musste hier eine flexible Lösung gefunden werden, welche es erlaubt die Kondensatoren einfach auszutauschen. Hier kam mir eine Art Jumper aus dem Computerbereich ganz recht der als ein-adriges Kabel ausgeführt war. Plastikkappen runter, Schrumpfschlauch drauf und in der Mitte auseinander gezwickt. Durch die Metallspangen im Inneren ein solider Kontakt mit den Kondensatorbeinchen.

    Schritt 6: „C-Switch? Si!“

    Als nächstes wird der C-Switch an den Poti gelötet.

    Push/Pull und C-Switch

    Push/Pull und C-Switch

    Schritt 7: „Der Fender 5-Way-Super-Switch“

    Genauso sperrig wie seine Bezeichnung erweist sich der Schalter auch beim Einbau. Er ist durch seine vier getrennten Schalter auf zwei Ebenen deutlich größer und tiefer als der „Made In China“ aber er passt. Doch bevor es an den Einbau geht muss auch dieser Schalter ein paar Modifikationen unterzogen werden.

    5-Wege-Schalter mit Kondensatoren

    5-Wege-Schalter mit Kondensatoren

    Hier mit den Brücken für das Signal und den beiden Folienkondensatoren die als Brummunterdrückung im Single-Coil betrieb dienen sollen. Die Kondensatoren zu beschaffen erwies sich als gar nicht so einfach. Ich wurde schließlich bei RS-Components und im Keller fündig. Die beiden hier verbauten haben eine Kapazität von 100nF. Der empfohlene Bereich liegt zwischen 22 und 220nF. Nicht mit den Picofarad fürs Treble-Bleed verwechseln!

    Noch was zum Thema Kondensatoren. Viele der englischsprachigen Seiten im Netz verwenden als Einheit für die Kapazität [MF] anstelle von [mF], also Megafarad. Zum Glück bekommt man diese Brummer nicht in so ein mickriges Fach ;) Es sind auch hier immer Millifarad gemeint.

    Schritt 8: „Der Einbau in die Gitarre“

    Dieser Schritt war sehr nervenaufreibend. Zum einen war es schon recht spät, zum anderen erwiesen sich das ein oder andere zuvor verlötete Kabel als zu kurz oder zu dick (Ja Obelix ich weiß, du nicht!) und musste ausgetauscht werden!

    Das blanke Kabel der Pickups erdet deren Gehäuse und schirmt das Kabel. Da die Gehäuse aber auch mit dem Schirmlack in Kontakt kommen können wurden die Metallteile auf der Rückseite der Pickups mit Isolierband ab geklebt und die Erdungsdrähte auf das Volumen-Potigehäuse gelötet. Sollte also keine Massenschleife entstehen. Auf das Volumen-Potigehäuse wurde auch die Saitenerdung glötet. An mancher Stelle wird diskutiert ob man diese mit einer guten Schirmung überhaupt noch braucht aber ich wollte erstmal nicht darauf verzichten. Für zukünftige Experimente kommt man an die Lötstelle gut dran. Dann folgten der 5-Wege-Schalter sowie das Push/Pull und der C-Switch. Wie gesagt nervenaufreibend! Nachdem dann alles wieder an Ort und Stelle war wurde die Schaltung in ihren verschiedenen Zuständen durchgemessen. Keine Kurzschlüsse und bisher kein Kontakt zwischen Schild und Signalmasse. Sieht gut aus!

    Neue Elektronik

    Neue Elektronik

    Schritt 9: „Soundcheck zur Geisterstunde“

    Nachdem die „Innereien“ fertig sind, muss nun noch die Buchse wieder dran. Erst hier werden Signal- und Schildmasse wieder zusammengelegt. Nach den kniffeligeren Stellen war das dann wirklich nur noch die Pflicht. Ein paar Kabel an Lötösen befestigen, Kinderspiel! Nochmal nachgemessen und zwei der alten Saiten wieder aufgezogen, einen kleinen Inbusschlüssel zum Abklopfen der Pickups gegriffen und ran an den Verstärker. Erster Test nach dem Einstecken? Führen die Saiten eine Spannung? Nein! Gut. Also wie klingt sie nun?

    Doch oh Schreck. Sonntagmorgen 0:30 und kein Mucks kommt aus dem Verstärker. Ruhe bewahren. (pun not intended!) Verschiedene Schalterstellungen ausprobiert, immer noch kein Ton. Hmm? Lautstärke? Nein die ist es auch nicht. Nach kurzer Suche war das Problem gefunden und nachdem der Kopfhörer ausgesteckt war erklangen die ersten Töne der noch völlig verstimmten Saiten. Leichtes antippen der Pickups mit dem Inbusschlüssel zeigte dann auch schnell, dass alle Schaltungszustände einwandfrei funktionieren. Die Uhrzeit war vergessen! Schnell die restlichen Saiten aufgezogen und gestimmt und siehe da sie singt, jammert und schreit wie nie zuvor. Die Single-Coils brummen so gut wie gar nicht, der Klang ist für meine Ohren sehr gut und die Auswahlmöglichkeiten sind vielseitiger als zuvor.

    In naher Zukunft gibt es an dieser Stelle auch für euch was auf die Ohren!

    Fazit:

  • Keine Wackelkontakte mehr
  • Volumen-Poti arbeitet über den kompletten Stellweg
  • Gurtpins und Augenblech sitzen nun sicher
  • Vielseitigere Klangeinstellungen
  • Dank C-Switch gehört mumpfiger Sound der Vergangenheit an
  • Gitarre fängt nahezu keine Störungen mehr auf
  • Phasenumkehr sorgt für einen schönen dünnen Klang der sich gut verzerren lässt
  • Am Ende ist aus der Reparatur einer simplen Lötstelle, eine komplette Überholung der Elektronik und Abschirmung geworden. Auch wenn es viel Arbeit und manchmal Nerven gekostet hat bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Wieder eine Facette dieses wunderbaren Instruments mehr die man ein bischen besser versteht. Auch wenn eine gewisse Grundkenntnis der Elektronik und Geschick mit dem Lötkolben Voraussetzung für einen solchen Umbau sind, kann man fast alles an Information im Netz finden. Wichtig ist allerdings die Schaltungen nachzuvollziehen und zu verstehen. Die Pläne im Netz sind zwar sehr einfach aber wie die Erfahrung zeigt nicht immer richtig. Löten nach Zahlen, nein Danke! Für die eigenen Pickups findet man die Belegung beim Hersteller und jeder verwendet eine andere Farbkodierung!

    Die kommenden Tage werden noch neue Saiten aufgezogen, Saitenlage und Oktavreinheit neu justiert und die Axt mal wieder ordentlich gepflegt. Das nächste Projekt liegt in der Zukunft aber sobald ich eine Paula mein eigen nennen kann werde ich ihren vier Potis zu Leibe rücken, die Potis durch Push/Push-Potis (die coolere Variante der Push/Pulls) ersetzen und eine Jimmy Page Schaltung einbauen. Sucht mal bei der Tube nach „Jimmy Page Wiring“.

    Einfach Wahnsinn!

    Rock on!
    Knubbelix

    Objekte der Begierde

    Montag, August 30th, 2010

    Wie beginnt man wenn schon von Anfang an klar ist, dass einem die Worte fehlen werden?

    Ich möchte euch hier eine Gitarrenschmiede der Extraklasse vorstellen. Ich hatte bisher zwar noch nicht das Glück eines dieser Instrumente Live zu hören oder gar in Händen zu halten aber alleine Bauart, Materialien und Farben rauben mir schlicht den Atem.


    Not all works of art belong on a wall!



    Guitars for Heroes.




    Die deutsche Marke Duesenberg besteht seit 1991 und wird von der Firma Göldo Music GmbH in Hannover vertrieben. Gitarrenfans sei an dieser Stelle empfohlen die Boxen ruhig ein wenig lauter zu drehen wenn sie auf diesen Link oder das Bild klicken. Duesenberg Gitarren findet man unter anderem bei Bloodhound Gang, Peter Maffay, Wir sind Helden und ZZ-Top im Einsatz.

    Ein Freund hatte mich vor kurzem auf diese Schmuckstücke aufmerksam gemacht und Träume geweckt irgendwann ein solches Instrument zu besitzen und ihm eine Stimme verleihen zu können. Letzteres kommt sicherlich mit der Übung, ersteres nur durch sparen, aber ich schweife ab. Besonders angetan haben es mir zwei Modelle aus der Kollektion die fünfzehn verschiedene Grundmodelle umfasst (die Bässe nicht mitgezählt) und im Rahmen der einzelnen Modelle noch Variationen in Ausstattung und Finish anbietet.

    Zum Reinhören, ich kann es euch leider nicht vorspielen, einfach auf den Link zum Modell und auf der rechten Seite eine der drei Pickupvarianten auswählen. Sehr zu empfehlen die beiden Soundclips zum Bridgepickup der Starplayer. Aber schön eine nach der anderen ansonsten gibt es Brei.

    Auf meinem persönlichen zweiten Platz: Die Duesenberg Imperial

    Ein klassisches Jazz- & Rockabilly Design, für welches Dieter in jene Zeiten zurück getaucht ist, in denen Rock noch “around the clock” war. Klassischer Hollow Body mit zwei F-Löchern. Bewährte Duesenberg-Bestückung, aber Toggle Switch und ein Mid-Shift Poti für den Twäng.
    -Zitat: duesenberg.de

    Duesenberg Imperial in Rot

    Duesenberg Imperial in Rot, ©Duesenberg

    Und unangefochten auf Platz Eins und ohne zu übertreiben für mich eine der schönsten Gitarren überhaupt, die atemberaubende Starplayer TV in Pearl Green

    Eine handliche, elegante und leichte Semi-Hollow Arched Top & Back Gitarre, entwickelt aus unserer ersten Starplayer von 1992. Einzigartig in Sound und Bespielbarkeit erinnert sie an die Zeiten, als Rock & Roll noch jung war.
    -Zitat: duesenberg.de

    Duesenberg Starplayer TV in Pearl Green

    Duesenberg Starplayer TV in Pearl Green, ©Duesenberg

    Und noch eine Detailaufnahme, leider ohne das grüne Finish aber dennoch ein echter Hingucker!

    Duesenberg Starplayer Detail

    Duesenberg Starplayer Detail, ©Duesenberg

    Form, Farbe, Klang ist sicherlich alles Geschmackssache aber über Geschmack kann man nicht streiten. Lasst mich als Filmfreak hier noch ein Zitat einstreuen: “Sie wird mal mir gehören, oh ja, sie wird mal mir gehören!”.

    Knubbelix

    Die Axt

    Sonntag, August 29th, 2010

    Nach dem ganzen hin und her mit diversen Gitarren und einem Verstärker der nicht wirklich gut klang, ging die Suche von vorne los. In der Zwischenzeit hatten meine Eltern den Schottland Urlaub abgesagt fuer den ich noch Geld auf die Seite gelegt hatte. Dieses hab ich dann auf die Saite gelegt.

    In den tiefen des Welt-Weiten-Wartens war ich auf eine Gitarre gestossen, die mir schlicht den Atem geraubt hat. Eine ESP LTD MH-1000. LTD ist die hausinterne Kopie der teureren ESP Gitarren und zumindest im Vergleich günstiger als das “Original”. Zunächst hing mein Herz an diesem Modell in der grünen Lackierung.

    ESP LTD MH-1000NT STG

    ESP LTD MH-1000NT STG

    Leider ist hier die Welt der Internetshops etwas seltsam. Jeder grössere Shop führt dieses Modell in eben dieser Lackierung. Auf Nachfrage entpuppte sich dieser Eintrag dann aber immer als “Leiche”, denn dieses Modell wird leider nicht mehr hergestellt und war von keinem der Shops mehr lieferbar. Schade, sehr Schade!

    Doch zum Glück gibt es dieses Modell mit dieser faszinierend gemaserten Holzdecke auch in anderen sehr schönen Lackierung. Und so hab ich mich nach kurzer aber reiflicher Überlegung für die Lackierung “Dark Brown Sunburst” entschieden. Ein schöner warmer goldbrauner Ton, der die Maserung des Wölkchenahorns sehr gut zur Geltung bringt.

    ESP LTD MH-1000NT DBSB

    ESP LTD MH-1000NT DBSB

    Der Korpus selbst ist aus Mahagoni, verziert mit einer Decke aus Wölkchenahorn. Das ganze wird von einem dünnen Rand aus Abalone eingefasst.

    ESP LTD MH-1000NT Detail

    ESP LTD MH-1000NT Detail

    Die Kopfplatte ist zwar nicht mit dem Ahorn furniert sondern nur in der Optik lackiert aber sie passt sich schön in die gesamte Optik ein.

    Die Kopfplatte

    Die Kopfplatte

    Und damit diese wunderschöne Optik auch noch die Chance auf eine schöne Stimme hat musste auch noch ein neuer Verstärker her. Die Entscheidung fiel wieder auf ein Modell von Line6, die grosse Schwester des 15ers, einen SpiderIV 75 Watt. Die Lautstärke kann ich zu Hause zwar nie ausreizen aber der grössere Lautsprecher hat einen deutlich wärmeren und druckvolleren Klang, der mir sehr gut gefällt.

    Line SpiderIV 75Watt

    Line SpiderIV 75Watt

    Dank der modernen Verstärker- und Effektmodellierung wartet dieser eine Fülle von Sounds auf. Nach einem Softwareupdate bietet er über 350 Presets und eine frei konfigurierbare Effektkette mit unterschiedlichen Verzerrern, Reverbs, Modulationsmodulen und und und. Eigentlich alles was eine verspielte Person wie ich zum üben braucht. Hinzu kommt ein 14 Sekunden Looper der es einem ermöglicht sich selbst zu begleiten. Einfach die Aufnahme starten, eine Akkordfolge einspielen, dann auf abspielen und einen anderen Part dazu spielen oder improvisieren. Macht sehr viel Spass.

    Da der Looper allerdings etwas unhandlich zu bedienen ist habe ich mich entschieden auch noch das Line6 Shortboard zu kaufen. Mit diesem kann man den Looper mit dem grossen Zeh steuern und hat noch den Luxus eines Volumenpedals welches bei den Laustärkedifferenzen der Presets echt angenehm ist.

    Line6 Floorboard

    Line6 Floorboard

    Mit der Zeit kamen noch diverse Kleinigkeiten hinzu. Plektren, Stimmgerät, Metronom, Slides und Pflegemittel. Das gute Stueck soll ja auch noch lange so aussehen.

    Somit ist die Ausrüstung komplett, vielleicht etwas hoch gegriffen aber nach der Panne mit der HB wollte ich kein Risiko mehr eingehen. Ich bereue nicht einen Cent und die letzten 6 Monate haben einen riesen Spass gemacht. Der Rest kommt mit der Zeit und mit viel Übung.

    Rock on!
    Knubbelix

    Die Yamaha

    Sonntag, August 29th, 2010

    Nach gut fünf Jahren hatte mich das Gitarrenfieber wieder gepackt. Diesmal sollten die Startbedingungen allerdings anders aussehen. Zum einen musste ein vernuenftiges Instrument her und zum anderen wollte ich die ersten Schritte nicht alleine machen.

    Nach Weihnachten ging die Suche los. Viele Foren durchforstet und nach DER Anfaengergitarre gesucht. Eine E-Gitarre sollte es werden also musste auch noch ein Verstärker dazu. Welcher war hierbei erstmal egal. Nach längerer Suche hatte ich mich für eine Yamaha Pacifica 112 OVS entschieden. OVS steht hierbei für die Lackierung Old Violin Sunburst. Nach einhelliger Meinung ein gutes Instrument zu einem vernünftigen Preis.

    Yamaha Pacifica 112 OVS

    Yamaha Pacifica 112 OVS

    Dazu noch einen kleinen 15Watt Verstärker, den SpiderIV 15Watt von Line6. Der macht sicherlich genug Krach und belastet das Konto nicht zu sehr.

    Line6 SpiderIV 15Watt

    Line6 SpiderIV 15Watt

    Leider entpuppte sich die Gitarre als Montagsmodell. Normalerweise kann man bei diesen Instrumenten die Krümmung des Halses einstellen um die Saitenlage entlang des Halses zu optimieren. Liegen diese zu tief fangen sie an auf den metallischen Bundstäben zu schnarren und zu scheppern. Und genau diese Krümmung lies sich nicht richtig anpassen, sodass die tiefe E-Saite leer angeschlagen schepperte und schnarrte was das Zeug hielt. Einzige Möglichkeit wäre gewesen, die Saiten insgesamt deutlich höher zu legen aber dann waeren wir wieder bei dem Problem, dass ich mit meiner HB habe. Zum Glueck gibt es ja das Fernabsatzgesetz und hier war definitv der Punkt des “Nichtgefallens” erreicht. Also das gute Stück nach einer knappen Woche wieder eingepackt und zurück geschickt.

    Und der Verstärker? Auch wenn 15 Watt von der Lautstärke her sicherlich genug fuer jede Mietwohnung sind so war der Klang von diesem Kleinen nicht ganz so berauschend. Also ebenfalls eingepackt und mit der Gitarre wieder zurück.

    Die Suche began von neuem.

    Knubbelix

    Die Gummiversion

    Samstag, August 28th, 2010

    Tja,
    nachdem die Harley Benton ein klarer Fall von “am falschen Ende gespart” war, hat es lange gedauert bis ich den nächsten Anlauf gewagt habe. Auslöser war das bekannte Spiel “Guitar Hero”. Ich weiss nicht mehr wann es war als ein Freund von mir mit dieser Gummigitarre angerückt ist. Kleiner als eine echte Gitarre, Knöpfe anstelle von Saiten und eine gewisse Gewöhnungsphase bis man raus hatte wie das geht. Aber es hat einen riesen Spass gemacht. In kürzester Zeit von Null auf Rockstar.

    Eine Gummigitarre fuer die Playstation

    Eine Gummigitarre fuer die Playstation

    Auf den ersten Teil folgten viele weitere. Manche gut, manche schlecht und andere schlicht und einfach grandios. “Guitar Hero: Metallica” war für mich der Kracher schlecht hin. Ich habe viel Zeit mit diesem Spiel und seinen Vorgängern verbracht.

    Irgendwann kam dann der Wunsch wieder auf ein echtes Instrument zu spielen. Vielleicht selbst einmal so richtig zu rocken ohne auf bunte Boppel zu starren mit diesem Plastikding um den Hals. Eine echte Gitarre, definitiv elektrisch und diesmal keine halben Sachen!

    Knubbelix

    Die Unspielbare

    Samstag, August 28th, 2010

    Als es mich vor gut 5 Jahren das erste mal in den Fingern gejuckt hat wollte ich kein Geld riskieren. Wollte ich wirklich mit dem Gitarre spielen anfangen? Erstmal ausprobieren. Der allererste Ausflug in die Welt des Musikmachens erfolgte kurze Zeit später mit einer elektro-akkustischen Mandoline. Warum Mandoline? Da hat mich der Drang etwas anderes und besonderes zu tun gepackt und mal ehrlich, wie viele Leute spielen schon E-Mandoline?

    Eine elektroakkustische Mandoline

    Eine elektroakkustische Mandoline

    Schon ein seltsames Instrument und definitiv nicht für meine wurstigen Finger gemacht. Der Klang war zwar irgendwie cool, vor allem wenn man Verzerrer und sonstige Effekte dazwischen geschaltet hatte, aber irgendwie war es nicht das was ich wollte. Also zurück damit und für knapp 100 Euro eine halbakustische Ovation Kopie von Harley Benton gekauft.

    Eine Ovation Kopie von Harley Benton

    Eine Ovation Kopie von Harley Benton

    Die kam kurze Zeit später und voller Eifer gings an Gitarre lernen. Die erste Euphorie war allerdings schnell verflogen. So richtig zurecht gekommen bin ich mit dem Instrument nie. Das Teil hat eine Saitenlage wie wie eine Seilzugbruecke und Einzelnoten und Akkorde greifen hat irgendwie was masochistisches.

    Und da es nicht wirklich Spass macht hat auf dieser Gitarre zu spielen wurde der Aufwand den ich in das Selbsstudium gesteckt habe geringer und geringer. Irgendwann stand sie dann nur noch in der Ecke, ein Dasein, dass sie bis heute fristet. Ausser es gewittert mal wieder und ich muss die E-Gitarre im Ständer lassen. Aber das ist eine andere Geschichte.

    Knubbelix